Blutschwämmchen (Hämangiome) gehören zu den häufigsten gutartigen Gefäßtumoren der Haut. Obwohl sie in den meisten Fällen harmlos sind, verunsichern sie viele Betroffene – besonders Eltern von Babys, aber auch Erwachsene, die plötzlich neue rote Hautpunkte entdecken.
Doch nicht jedes Blutschwämmchen muss behandelt werden. Die entscheidende Frage lautet: Wann ist Kontrolle ausreichend – und wann sollte man aktiv handeln?
Wie entwickeln sich Blutschwämmchen je nach Lebensphase?
Bei Babys & Kleinkindern
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Treten meist in den ersten 2–4 Lebenswochen auf
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Können im ersten Jahr deutlich wachsen
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Bilden sich bei vielen Kindern zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr langsam von selbst zurück
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Behandlung ist oft nicht sofort nötig, aber regelmäßige Kontrolle wichtig
Bei Erwachsenen
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Plötzlich auftretende kleine rote Punkte sind häufig senile Hämangiome
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Entstehen durch Hautalterung, UV-Einfluss oder genetische Veranlagung
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Verschwinden nicht von selbst
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Werden meist aus ästhetischen Gründen entfernt, seltener aus medizinischer Notwendigkeit
Wann reicht Beobachtung aus?
Abwarten ist in der Regel möglich, wenn das Blutschwämmchen:
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klein ist
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nicht schmerzt oder juckt
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nicht blutet
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keine Funktion beeinträchtigt (z. B. Sehen, Atmen, Essen, Greifen)
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keine schnelle, untypische Veränderung zeigt
In diesen Fällen ist eine medizinische Kontrolle ohne sofortigen Eingriff meist ausreichend – besonders bei Kindern, da viele Hämangiome sich später zurückbilden.
Warnsignale: Wann sollte man handeln?
Ärztliche Abklärung bzw. Behandlung sollte man erwägen, wenn:
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das Blutschwämmchen sehr schnell wächst
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es wiederholt blutet
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es schmerzt oder juckt
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sich Krusten, offene Stellen oder Infektionen bilden
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es im Bereich von Augen, Nase, Mund, Ohren oder Genitalien liegt
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es psychisch belastet (z. B. Unsicherheit, sozialer Rückzug, Mobbing)
Welche modernen Behandlungen gibt es, wenn Handlungsbedarf besteht?
Heutzutage stehen mehrere schonende, präzise und minimalinvasive Verfahren zur Verfügung. Welche Methode geeignet ist, hängt vor allem von Größe, Lage, Tiefe und Beschwerdebild ab:
Laserbehandlung
Gezielte Versiegelung der Blutgefäße durch gebündeltes Licht. Besonders geeignet für kleine bis mittelgroße Hämangiome an gut sichtbaren Stellen wie dem Gesicht oder Hals. Die Behandlung ist sehr präzise und meist narbenarm.
Kryotherapie (Vereisung)
Arbeitet mit extremer Kälte, um oberflächliche und sehr kleine Blutschwämmchen zu behandeln. Das Verfahren ist schnell und ohne Schnitte, eignet sich aber nur für flache Gefäßveränderungen.
Medizinische Therapie (z. B. Betablocker-Gel)
Kommt vor allem bei Babys in der Wachstumsphase zum Einsatz. Das Gel kann helfen, das weitere Wachstum zu stoppen oder zu verlangsamen – ganz ohne operativen Eingriff.
Phlebolyse
Ein modernes, minimalinvasives Koagulations- und Verödungsverfahren, bei dem das betroffene Gefäß gezielt denaturiert wird – ohne Schneiden oder Nähen. Besonders geeignet für kleine, punktförmige und stark durchblutete Blutschwämmchen (Angiome/Hämangiome). Die Methode ist sehr hautschonend und zeichnet sich durch eine schnelle, in vielen Fällen narbenfreie Abheilung aus.
Operative Entfernung (OP)
Nur selten notwendig. Sie wird eingesetzt bei großen oder tief liegenden Hämangiomen, die Beschwerden verursachen oder andere Strukturen beeinträchtigen.
Was ist Phlebolyse genau?
Die Phlebolyse ist ein modernes minimalinvasives Koagulationsverfahren, bei dem das betroffene Gefäß gezielt verschlossen und verödet wird – ohne zu schneiden oder zu nähen. Die Methode eignet sich besonders für kleine, rote, punktförmige Blutschwämmchen, die sehr stark durchblutet sind. Sie ermöglicht eine präzise Behandlung mit sehr guter Hautverträglichkeit und meist narbenfreier Heilung.
Was kann passieren, wenn man zu lange wartet?
Bei Babys
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Überdehnung der Haut
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mögliche Narben oder Hautüberschuss
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Beeinträchtigung empfindlicher Strukturen (z. B. Augenlider, Lippen, Nase)
Bei Erwachsenen
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Werden oft größer, dunkler, erhabener
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Bilden sich nicht zurück
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Lassen sich später zwar noch entfernen, aber frühe Behandlung bleibt meist schonender
Fazit
Blutschwämmchen sind meist gutartig und ungefährlich. Trotzdem sollte man sie nicht ignorieren:
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Bei Kindern: Oft reicht Kontrolle – viele Hämangiome bilden sich zurück
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Bei Erwachsenen: Verschwinden nicht von allein – Entfernung meist ästhetisch motiviert
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Handeln ist ratsam, wenn Beschwerden, Blutungen, schnelles Wachstum oder psychische Belastung auftreten
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Phlebolyse ergänzt das Behandlungsspektrum als besonders schonendes, minimalinvasives Verfahren
Eine professionelle Einschätzung ist immer sinnvoll – denn moderne Verfahren ermöglichen heute präzise, sanfte und oft narbenarme Ergebnisse.
Wenn Sie mehr über die Phlebolyse erfahren möchten, schauen Sie sich folgendes Video an.














